QUERVERWEISE
 
 

Kultplatz

Bronzehort [Fließ]

Bronzehort [Piller]

 
 

 

   
KULTPLATZ PILLERSATTEL
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Der Kultplatz, dessen Anfänge in die mittlere Bronzezeit zurückreichen, wurde bis zum Ende des römischen Reiches genutzt. Das Zentrum des Heiligtums bildet ein Aschenhügel, in dessen Zentrum sich runde Steinsetzungen befinden. Westlich des Aschenhügels befindet sich der Hauptaltar mit einer Größe von 3,5 x 4 Metern. Daran schließt sich die Festwiese an.
Vom Kultablauf können drei Phasen festgestellt werden:

erste Phase, in der vor allem Tiere (Blutopfer) den Göttern geopfert wurden

eine zweite Phase, in der vor allem Sachopfer dargebracht wurden

eine dritte Phase, in der vor allem Münzen
(Wertopfer) deponiert wurden.

Der Brandopferplatz wurde vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Innsbruck
(Univ. Prof. Dr. Elisabeth Walde, A. Prof. Dr. Michael Tschurtschenthaler) in den Jahren 1992 bis 1998 ergraben und wissenschaftlich bearbeitet.

 

 


Opferhügel vor Ausgrabungen


Brandopferplatz- Schichten


Altar

BLUTOPFER

Vom 15. Jht. v. Chr. standen über 900 Jahre lang vor allem Tieropfer im Mittelpunkt der Kulthandlungen. Es wurden vor allem Rinder, Ziegen und Schafe geopfert. Die fleischreichen Teile wurden im Rahmen der kultischen Feste verzehrt. Die weniger zum Verzehr geeigneten Teile wurden am Altar verbrannt und den Göttern geopfert. Kohle und Asche sowie die verbrannten und zerkleinerten Knochen wurden geordnet am Aschenhügel deponiert. Im 4. Jht. v. Chr. dürfte der Aschenhügel mit Steinen abgedeckt und kultisch bestattet worden sein.

 

SACHOPFER

Ab dem 6. Jahrhundert wurden zunehmend Sachgegenstände wie Schmuck, Trachtbestandteile, Werkzeuge und Waffen sowie eine große Anzahl von Miniaturschilden deponiert.
Besonders eindrucksvoll sind zwei plastische Männchen, die Adoranten darstellen.
Die Gegenstände wurden sowohl kultisch zerstört als auch unversehrt geopfert.

 


WERTOPFER

Im letzten vorchristlichen Jahrhundert wurde mit der Münzopferung begonnen. Es wurden einzelne Republiksdenare und über 20 keltische Quinare gefunden.
Der Hauptteil der geopferten Münzen stammt aus den ersten sowie dritten und vierten Jahrhundert nach Chr.
In der Spätphase des Heiligtums wurden beinahe ausschließlich Münzen geopfert.
Mit der Ausbreitung des Christentums und dem Niedergang des Römischen Reiches fanden auch die Kulthandlungen auf der Piller Höhe ihr Ende.